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Keyless-Go Sicherheit

Wie die Relay-Attacke funktioniert, welche Schutzmaßnahmen wirklich wirken und was Sie im Diebstahlfall tun sollten.

Keyless-Go – je nach Hersteller auch Comfort Access, Smart Entry oder Keyless Entry genannt – ermöglicht es, das Fahrzeug ohne aktiven Tastendruck zu öffnen und zu starten: Der Schlüssel muss nur in der Nähe sein. Dazu sendet das Auto permanent ein schwaches Suchsignal; sobald der Schlüssel in Reichweite antwortet, entriegelt es. Genau dieses Prinzip machen sich Diebe mit der sogenannten Relay-Attacke zunutze.

Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko stark senken – meist ohne teure Technik. Dieser Ratgeber erklärt den Angriff verständlich, zeigt wirksame Schutzmaßnahmen, nennt betroffene Systeme und beschreibt das richtige Vorgehen bei einem Diebstahl.

Die Relay-Attacke Schritt für Schritt

Kurz erklärt

Bei der Relay-Attacke wird nichts geknackt – die Täter verlängern nur die Funkstrecke zwischen Schlüssel und Auto. Der Schlüssel „glaubt“, das Auto stehe direkt daneben, und antwortet ganz normal.

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Ein Täter steht mit einem Empfänger nahe der Hauswand, hinter der der Schlüssel liegt.
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Das Gerät fängt das schwache Funksignal des Schlüssels ab und verstärkt es.
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Das Signal wird per Funk an einen Komplizen direkt am Fahrzeug weitergeleitet.
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Dessen Sender gaukelt dem Auto vor, der Schlüssel sei unmittelbar am Griff.
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Das Fahrzeug entriegelt, der Startknopf wird aktiv – das Auto lässt sich wegfahren.

Wichtig: Ist der Motor einmal gestartet, läuft er weiter, auch wenn der Schlüssel außer Reichweite gerät – genau darauf setzen die Täter. Ein einmal entwendetes Fahrzeug kann deshalb bis zum nächsten Abstellen bewegt werden.

Wirksame Schutzmaßnahmen

Der wirksamste Ansatz ist, das Schlüsselsignal zu Hause vollständig abzuschirmen. Alle weiteren Maßnahmen erhöhen den Schutz zusätzlich – am besten kombinieren Sie mehrere Ebenen.

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Faraday-/RFID-Schutzhülle

Eine Signal-blockierende Tasche schirmt den Schlüssel vollständig ab. Achten Sie auf durchgehende Metallgewebe-Auskleidung und testen Sie die Wirkung (Auto reagiert nicht mehr).

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Metalldose als Alternative

Eine geschlossene Metalldose (z. B. Keksdose) blockt Funksignale ebenfalls zuverlässig. Kostenlos und wirkungsvoll für zu Hause.

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Schlüssel deaktivieren

Viele Schlüssel lassen sich per Tastenkombination in einen Ruhemodus versetzen; Modelle mit Bewegungssensor schalten sich nach Minuten ohne Bewegung selbst ab.

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Abstand zur Außenwand

Bewahren Sie den Schlüssel möglichst weit weg von Haustür, Fenster und Einfahrt auf – je größer der Abstand zum geparkten Auto, desto schwerer die Signalverlängerung.

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Mechanische Sicherung

Lenkradkralle, Parkkralle oder Gangschaltungssperre bilden eine zweite, rein physische Hürde, die Relay-Diebe nicht überbrücken können.

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GPS-Ortung & Alarm

Ein verbautes Ortungssystem ermöglicht die Wiederauffindung; eine Alarmanlage mit Neigungs-/Bewegungssensor schreckt zusätzlich ab.

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Software aktuell halten

Hersteller schließen mit Updates bekannte Schwachstellen und verbessern Reichweiten-Plausibilisierung. Updates bei Inspektionen einspielen lassen.

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Sicher parken

Eine verschlossene Garage ist der beste Schutz. Ist sie nicht vorhanden, hilft ein gut einsehbarer, beleuchteter Stellplatz.

Betroffene Systeme & neue Technik

Schlüsselloser Zugang wird über nahezu alle Hersteller hinweg angeboten – bei VW, Audi, Škoda und SEAT als „Keyless Access“, bei BMW als „Comfort Access“, bei Mercedes-Benz als „Keyless-Go“, bei Toyota und Hyundai als „Smart Entry“. Angreifbar ist prinzipiell jedes System, dessen Schlüssel dauerhaft auf das Suchsignal des Fahrzeugs antwortet, unabhängig von Marke oder Fahrzeugklasse.

Neuere Generationen setzen zunehmend auf UWB (Ultra-Wideband). Diese Technik misst die tatsächliche Entfernung zwischen Schlüssel und Auto über die Signallaufzeit sehr genau. Eine bloße Signalverstärkung reicht dann nicht mehr aus, weil die künstlich verlängerte Distanz auffällt. Ebenfalls verbreitet sind Bewegungssensoren im Schlüssel: Liegt der Schlüssel eine Weile ruhig, schaltet er sich ab und ist für die Relay-Attacke unerreichbar.

Wollen Sie wissen, welches System in Ihrem Fahrzeug steckt, hilft ein Blick auf unsere Fahrzeug-Übersicht – zum Beispiel für Mercedes-Benz, BMW oder Audi.

Was tun bei Diebstahl – und wie nachrüsten?

Wurde Ihr Fahrzeug entwendet, zählt jede Minute: Erstatten Sie sofort Anzeige bei der Polizei, informieren Sie Ihre Kfz-Versicherung und halten Sie Fahrzeugschein, Schlüsselnummer und Fahrgestellnummer bereit. Prüfen Sie, ob Ihr Kaskotarif Keyless-Diebstahl einschließt – manche Versicherer verlangen dafür ausdrücklich Schutzmaßnahmen wie eine Signal-Schutzhülle.

Zur Nachrüstung eignen sich mechanische Sperren (Lenkradkralle, Gangschaltungssperre), GPS-Ortungssysteme und das Abschalten der Keyless-Funktion im Bordmenü. Ist ein Schlüssel abhandengekommen oder soll ein verlorener Schlüssel gesperrt werden, programmieren wir einen Keyless-Go-Ersatzschlüssel und sperren den alten. Alle Leistungen und Festpreise finden Sie auf unserer Preisseite.

Häufige Fragen zu Keyless-Go

Was ist eine Relay-Attacke bei Keyless-Go?

Bei der Relay-Attacke (Funkstreckenverlängerung) nutzen Täter zwei Geräte. Das erste fängt in der Nähe der Wohnung das schwache Funksignal des Schlüssels ab, verstärkt es und leitet es an ein zweites Gerät am Fahrzeug weiter. Dem Auto wird so vorgetäuscht, der Schlüssel liege direkt daneben – es lässt sich öffnen und der Motor starten, obwohl der Schlüssel im Haus liegt. Es wird dabei nichts „gehackt“, nur die Reichweite überbrückt.

Welche Schutzmaßnahme gegen Relay-Attacken hilft am besten?

Am zuverlässigsten ist das vollständige Abschirmen des Schlüsselsignals: eine RFID-/Funk-Schutzhülle (Faraday-Tasche) oder eine geschlossene Metalldose. Beides verhindert, dass das Signal überhaupt abgegriffen werden kann. Ergänzend hilft es, viele moderne Schlüssel per Tastenkombination oder Bewegungssensor zeitweise „schlafen“ zu legen, wenn sie längere Zeit nicht bewegt werden.

Sind alle Keyless-Go-Fahrzeuge betroffen?

Grundsätzlich sind alle Fahrzeuge mit schlüssellosem Zugang (Keyless-Go, Comfort Access, Smart Entry usw.) marken- und modellübergreifend potenziell angreifbar, sofern der Schlüssel dauerhaft sendet. Neuere Systeme mit UWB-Technik (Ultra-Wideband) oder mit Bewegungssensor im Schlüssel erschweren die Relay-Attacke deutlich, weil sie die tatsächliche Entfernung präziser messen bzw. den Schlüssel in Ruhe deaktivieren.

Was soll ich tun, wenn mein Keyless-Auto gestohlen wurde?

Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei und informieren Sie Ihre Kfz-Versicherung. Halten Sie Fahrzeugschein, Schlüsselnummer und die Fahrgestellnummer bereit. Klären Sie im Vorfeld, ob Ihre Kaskoversicherung Keyless-Diebstahl abdeckt – einige Tarife verlangen dafür ausdrücklich Schutzmaßnahmen. Für das Fahrzeug selbst lässt sich nach Wiederauffinden häufig ein neuer Schlüsselsatz anlernen und der alte sperren.

Kann ich Keyless-Go nachträglich sicherer machen?

Ja. Neben Schutzhülle und Metalldose bieten sich mechanische Sicherungen wie Lenkradkralle oder Gangschaltungssperre an, außerdem GPS-Ortungssysteme und Fahrzeug-Software-Updates des Herstellers. Manche Fahrzeuge erlauben es zudem, die Keyless-Funktion im Menü ganz abzuschalten und nur noch per Tastendruck zu ver- und entriegeln.

Keyless-Go Schlüssel-Service

Wir programmieren und ersetzen Keyless-Go Schlüssel für alle Marken – verlorene Schlüssel sperren wir zuverlässig.

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